Begegnung



Es ist Nacht, die Sterne leuchten mit ihrem uraltem Licht, der Mond scheint voll ins offene Fenster.
Sie steht am Fenster, nachdenklich, irgendwie traurig.
Ganz still steht sie, kein Ton außer leiser Musik, die sich auch irgendwie traurig oder melancholisch anhört.
Er kommt leise ins Zimmer und sieht sie so Stehen, wie er es schon oft gesehen hat.
Leise geht er auf sie zu, berührt ganz sacht ihre Schultern.
Er wollte sie nicht erschrecken, aber doch ist es passiert.
Sie fährt herum und starrt ihn mit großen Augen an.
Und er fragt sie: „Hast du solche Angst vor mir ?“
Nein, antwortet sie, warum sollte ich, wo ich doch nicht mal vor dem Tod Angst habe.
Er hebt mit der Hand ihr Kinn, sucht mit seinen Augen die ihren.
Blickt in zwei dunkle, traurige Augen.
Blickt in ihre traurige Seele und versucht den Schmerz zu finden, der sie so traurig sein lässt.
Er weiß nicht ob er den Schmerz finden wird, ihn lindern kann.
Er hofft ihr helfen zu können, alles zu vergessen was ihr Schmerzen bereitet hat, aber er weiß vieles ist tief in ihrer Seele begraben , nur ihr zugänglich.
Er nimmt sie vorsichtig in seine Arme, wie ein zerbrechliches Glas.
Er will ihr so wenigstens etwas Geborgenheit geben
Zieht sie dichter an sich, streichelt ihre langen Haare, gibt ihr einen flüchtigen Kuss und leg ihren Kopf an seine Brust.
Er spürt wie ihr Herz ruhiger zu schlagen beginnt, und lächelt.

Sie steht am Fenster und ist allein, denn es war alles nur ein Traum.