Die Schwanenjungfrau

Ein Schwan fliegt hoch oben am Himmel, sucht nach einem Platz zum rasten.
Er fliegt über einen tiefen Wald, wo er einen wunderschönen See entdeckt.
Das Wasser so klar, das man bis auf den Grund sehen kann.
„Dort werde ich landen“ denkt er, es scheint ein guter Platz zum rasten zu sein.
Er lässt sich auf dem Wasser nieder, schwimmt, fast scheint es aus gleite er schwerelos über Wasser, zum Ufer.
Das Ufer ist erreicht, er geht vorsichtig weiter, verharrt.
Schaut sich um, ob er auch wirklich alleine ist an diesem schönen See.
Der Schwan schüttelt sein Gefieder, aber was ist das, das Gefieder gleitet zu Boden und eine wunderschöne Frau
Steht am See. Ihr Kleid ist von so einem gleißendem Weiß das es in den Augen schmerzt und so leicht als wäre es aus Mondlicht gewebt.
Noch einmal vergewissert sie sich das sie alleine ist. Das Kleid sinkt zu Boden.
Da steht sie nun, wie sie geboren wurde. Kein Mensch darf sie so sehen, dass weiß sie, es würde ihn umbringen.
Das lange Haar bedeckt ihren wundervollen Körper, langsam geht sie wieder hinab zum See und steigt in dessen Fluten.
Dort wo ihre Füße den Seegrund berühren erblühen wunderschöne Seerosen, wo das Wasser ihre Haut berührt bilden sich Wellen die seltsame Muster auf dem See bilden.
Das Wasser das ihr Haar berührt bildet Perlen, wie man sie schöner nie sah.
Sie schwimmt langsam und voller Anmut zur Mitte des Sees, wo ein seltsam bizarr geformter Felsen sich aus dem Wasser erhebt.
Langsam entsteigt sie den Fluten, geht zu der Spitze des Felsens, die mit weichem Moos bewachsen ist, und setzt sich nieder. Sie schließt für einen Moment ihr Sternen gleichenden Augen, etwas seltsames liegt in ihrem Blick.
Diese Augen scheinen schon viel gesehen zu haben.
Dann beginnt sie eine Weise zu singen, in einer Sprache die ich nicht kenne, ich glaube diese Sprache ist die keines Menschen.
Sie singt mit engelgleicher Stimme, der Gesang scheint aus einer anderen Sphäre zu kommen.
Ein Sturm zieht auf. Aber sie bleibt ruhig sitzen, hat sie auf den Sturm gewartet?
Oh es ist kein Sturm, es ist ein Einhorn das sich im rasenden Galopp nähert es berührt den Boden nicht.
Seinen Nüstern entsteigen Rauch und Flammen, sein Horn glänzt in der Sonne und scheint mit Diamanten besetzt zu sein.
Die Hufe scheinen ehern zu sein, Mähne und Schweif schimmern wie Seide.
Das Einhorn galoppiert über den See zu der Frau, die lächelt.
„Wo warst du so lange, mein Freund? , fragt sie.
„Und wo sind die anderen deiner Art hin, wo die anderen des Schwanenclan´s?“
„Habe so viele Fragen an dich“
Das Einhorn antwortet ihr mit trauriger Stimme: “Alle sind getötet, wir sind die letzten, nur ich konnte mich retten“
Die Frau vergräbt ihre Hände in dem Moos, bis sie bluten.
Dort wo ihr Blut auf die Erde tropft wachsen Rosen deren Blüten die Farbe ihres Blutes haben.
Tränen rinnen über ihr Gesicht, die zu Edelsteinen erstarren.
„Warum?“ fragt sie mit erstickender Stimme.
Warum?, sagt das Einhorn, weil ein Mensch eine von euch gesehen hat und daran gestorben ist.
Und meine Gefährten wurden wegen ihres Horns wegen gejagt und gemordet.
Was soll ich jetzt tun, fragt sie, es ist an der Zeit vor den Altar zu treten.
Aber es gibt niemanden mit dem ich diesen Schritt gehen könnte
Das Einhorn sieht sie an und schüttelt den Kopf.
Doch sagt es, es gibt noch die Menschen, erwähle einen von ihnen.
Wie soll das gehen, sie sterben doch sobald sie mich gesehen haben.
Wieder schüttelt das Einhorn den Kopf.
„Hast du denn alles vergessen? , alles was dich gelehrt wurde?“
Nicht alle sterben, am Leben bleibt wer reinem Herzen ist.
Aber wo soll ich so einen Menschenmann finden?
Ich helfe dir antwortet das Einhorn
Ich kenne einen guten Menschenmann.
Er lebt zurückgezogen in den Bergen weit von den Menschenansiedlungen entfernt.
Sein Herz ist so klar wie das Wasser dieses Sees.
Die Seele so rein, wie Glas.
Ich werde dich zu ihm bringen.
Du kannst auch dein Gefieder mitnehmen, aber du wirst es bei ihm nicht brauchen, ich kenne ihn gut.
Er hatte mich versteckt als alle gejagt und getötet wurden von uns.
Er glaubt noch an uns, ist noch von der alten Schule.
Komm wir machen uns auf den Weg zu ihm, dort findest du all das was dir sonst nur ein Schwanenmann geben könnte.
Ihr werdet zu den Stammeltern eines neuen Geschlechtes.
Und das Einhorn lächelt.
Kannst du dich an die alte Prophezeiung erinnern? , fragt das Einhorn.
Nur sehr verschwommen antwortet sie, viele dachten es wäre eine Mär.
Nein sagte das Einhorn, es ist keine Mär. Es sind alle getötet, wie es in der Prophezeiung stand bis auf eine Frau und ein Einhorn.
Also ist sie wahr.
Aber komm, lass uns eilen den Altar zu bereiten, bedenke immer die Menschen sind sehr kurzlebig, sie leben nicht so lange wie wir.
Und sie steigt auf das Einhorn, sie reiten zum Ufer, wo sie sich wieder bekleidet und ihr Gefieder auf den Rücken des Einhorns legt.
Sie steigt wieder auf und das Einhorn beginnt mit den Hufen zu scharren.
Es Steigt wieder dicker Rauch und Flammen aus den Nüstern.
Halte dich gut fest, spricht es zu ihr, mit mir reist du schneller als du sonst gewöhnt bist.
Und sie galoppierten über Felsen, durch Wälder und wenn sie den Menschenansiedlungen zu nahe kamen, dann steigen sie einfach auf und ritten über den Wolken weiter.
Bald sind wir da, sprach das Einhorn, bereite dich vor einen Menschen zu sehen, der es verdient dich zu sehen.
Es dauerte auch nicht mehr lange, da kam eine einfache Hütte in Sicht, wovor sie anhielten.
Ein hochgewachsener Mann trat vor die Tür.
„Wen bringst du mit, liebstes Einhorn“ fragt er.
Das wirst du gleich erkennen sagt das Einhorn und schmunzelt.
Die Frau und der einsame Mann sehen sich in die Augen.
Jedem scheint das er den anderen schon seit ewiger Zeit kennt.
Ihre Blicke verlieren sich ineinander
Das Einhorn spricht nun zu beiden:: „Seht ihr nun das die Prophezeiung wahr ist?“.
Beide nicken nur.
So kommt nun, der Altar ist bereitet, schwört den alten Schwur und werdet zu den Stammeltern eines ganz neuem Geschlechtes.
Eines Geschlechtes voller Weisheit und Güte, die nach den alten Lehren und Gesetzen leben.