Geschichten aus vergangener Zeit 2

 

Ich gehe durch einen dunklen Wald

alles ist so friedlich hier

nicht was bedrohlich ist

immer weiter führt mich mein Weg in den Wald hinein

bis ich eine wunderschöne Lichtung erreiche

irgendwie ist es seltsam hier

sehr ruhig, auch wenn die Vögel singen und der kleine Bach zu meinen Füssen rauscht.

Irgendwie scheint es will niemand die Ruhe stören.

in der Mitte der Lichtung stehen zwei alte Bäume, eine Eiche und eine zarte Birke.

Sie scheinen sich zu umarmen.

Seltsame Gefühle beschleichen mich und sie scheinen mich einladen zu wollen, bei ihnen zu verweilen.

Ich habe keine Eile und setze mich auf die Erde zu Füssen der Bäume.

Ich habe das Gefühl hier nicht allein zu sein.

Irgendwer scheint noch an diesen menschenleeren Ort zu sein. Ich schließe meine Auge um tiefer in die Ruhe eindringen zu können.

Und es ist nicht mehr so still.

Vor meinem innerem Auge entstehen aus Blitzen und Farbenspiel Bilder, Landschaften, Gestalten und Geschehnisse.

Unklare Geräusche wandeln sich zu Worten.

Wo bin ich hier ?

Ich lasse meine Augen geschlossen, will wissen wo ich bin.

Eine Geschichte aus vergangener Zeit zieht an meinem Auge vorüber.

Vor langer Zeit, lebten nicht weit von diesem Ort zwei junge Menschen.

Er ein starker Krieger, der sein Volk beschützte.

Sie ein schönes Mädchen, das zu jedem gut und freundlich war.

Beide liebten sich, auch wenn es nicht dem Willen ihrer Eltern entsprach.

Immer wieder trafen sie sich hier an dieser Lichtung,

schmiedeten Pläne wie sie für immer zusammenbleiben könnten.

Leider bemerkten andere ihr tun, und verrieten das Mädchen an die Eltern.

Vor dem Krieger hatten sie Angst, er war viel zu stark für sie.

so ersannen sie eine List ihn von dem Mädchen fernzuhalten.

Immer wieder schickten ihn die Ältesten zu Orten wo grausige Kämpfen stattfanden, aber immer kehrte er siegreich zurück.

Das Mädchen sollte verheiratet werden, sie weigerte sich standhaft, immer und immer wieder.

Einmal schickten die Ältesten den Kriegen sehr weit fort. Die Jahre gingen ins Land, aber er kehrte nicht zurück. So glaubten die Ältesten und die Eltern des Mädchen, jetzt würde sie einen anderen Mann erwählen. Aber sie weigerte sich immer noch.

Das erboste sie so über alle Maßen, das man sie aus dem Ort vertrieb und sie nun in Not und Elend leben musste. Und die Zeit ging ins Land, aus dem jungen hübschen Mädchen wurde eine traurige Frau, die die Spuren ihres Leids in ihrem Gesicht trug.

Aber eines Tages kehrte der Krieger zurück, gezeichnet von den vielen schweren Kämpfen und den Jahren voller Entbehrungen.

Er suchte seine Liebe seiner Jugendzeit und fand sie nicht am gewohntem Ort.

Es gab aber Leute die wussten wo sie sich aufhielt und verrieten es ihm. So machte er sich auf den Weg sie zu finden. Als er sie sah, ward er sehr traurig und wütend über das was man ihr angetan hatte.

Sie wollte aber keine Rache, sie wollte nur noch mit ihm zusammen leben.

So zogen sie in diesen Wald, weit weg von den Menschen.

Als sie auf dieser Lichtung rasteten und überlegten wie es nun weitergehen sollte wurden sie ratlos und begannen zu weinen.

Ein guter Geist, der in diesem Wald wohnte bemerkte dies und überlegte wie den beiden zu helfen wäre.

Ihre Jugend konnte er ihnen nicht wiedergeben, die Zeit anhalten auch nicht.

Trotzdem wollte er beiden ihre Liebe und Treue belohnen.

Er verwandelte beide in Bäume, die sich mit ihren Ästen umarmen.

Wenn man genauer hinsieht, bemerkt man eine stelle wo beide Bäume eins zu seien scheinen. Es ist die Stelle, wo der beiden Herz war, welches immer füreinander geschlagen hatte, dort sind sie bis auf alle Ewigkeit jetzt vereint und niemand vermag es mehr zu trennen.

Noch schlagen beider Herzen und die Blätter erzählen ihre Geschichte, dem der sie hören kann und verstehen will.

Ich öffne meine Augen und sehe die beiden Bäume,

die Blätter scheinen zwei Gesichter zu bilden, die ein Lächeln tragen, mit Augen die glücklich in diese graue Welt blicken, denn sie haben sich gefunden und werden sich nie wieder verlieren.

Und ich gehe zurück in meine Welt, mit dem Wissen das Liebe und Treue belohnt wird.